Aaron Ackermann

Der Weg zu Thelema

Schon als Kind war ich spirituell interessiert, so las ich mit Interesse die Bibel und ging gerne in die Kirche, um mir die Rituale anzuschauen und innigst zu beten. Später, nach dem ich überzeugt war, diesen Gott mag ich nicht, erklärte ich mich zum Satanisten und trug das Kreuz nach unten. Mit 15 oder 16 las ich zum ersten mal das Liber AL vel Legis und verstand absolut nichts. Aber, als ich zum ersten mal Crowley in einem Buch (Wir wollen nur deine Seele) sah, ich erinnere mich noch genau, bekam ich ein seltsames Gefühl, eine Art Gänsehaut, einen Schock, ein Etwas was ich nicht kannte, vielleicht wäre gruseln das richtige Wort dafür, obwohl ich mich nicht direkt fürchtete, was das Wort ja impliziert. Auf schwäbisch könnte man es so ausdrücken: uffbase, der isch ä mole ganz andersch als des was du kensch.

Bis ich dann endlich eine Antwort bekam, war ich jahrelang auf der Suche nach etwas, was mich nicht losließ. Ich beschäftigte mich mit verschiedenen Religionen und spirituellen Richtungen, also alles mögliche was magisch, spirituell oder okkult war. Ich besuchte verschiedene spirituelle Gemeinschaften und konnte aber nirgends andocken. Ich las viele magische Bücher und spirituelle Schriften und war immer sehr verärgert, wenn ich merkte, es steht nicht das drin was mich zufrieden stellt, nur wusste ich nicht wonach ich eigentlich suchte. Ich muss hierbei anmerken, dass ich bis dato kein einziges Buch von Crowley gelesen habe, ich las dafür so einiges über ihn.

Erst als ich das Buch von Michael D. Eschner, das Liber AL vel Legis mit Kommentaren las, bekam ich endlich meine Antwort. Ich habe es in dem Jahr gekauft als es veröffentlicht wurde, ein Zeichen, dass ich auf das Buch gewartet habe, denn dort fand ich die entscheidende Aussage auf meine bisher unbekannte Frage die mich so lange verfolgt hatte. Thelema beansprucht nicht die Wahrheit zu haben. Bingo, das war das wonach ich suchte. Eine Philosophie die nicht behauptet, sie sei die einzige und ewige Wahrheit, sondern, dass auch dieses Äon, also das Horus-Äon, vergehen wird und eine andere Philosophie kommen wird. Ich erklärte das Buch von Michael Eschner feierlich, als meine neue Bibel und mein Weg, mein Leben fing von neuem an.
1998 entschloss ich mich, nach Bergen Dumme zu ziehen, um der Thelema Society beizutreten, ehemals die Ethos Gemeinschaft Thelema. Dort verblieb ich die nächsten 9 Jahre, bevor ich meinen Hut nahm und ging. Aber nicht aus Groll oder ähnlichem, sondern weil mir klar wurde, dass ich einen anderen Weg einschlagen musste. Einen Monat später, nach meinem Abgang, verstarb Mike.

Die böse Sekte

Bevor ich zur TS ging, las ich noch das Buch Schwarzbuch Satanismus von Guido Grandt, welcher irgendwie versuchte die TS schlecht zu schreiben, aber ich mich immer wieder fragte, was ist daran böse? Und als ich in Bergen an der Dumme war, las ich auf dem schwarzen Brett am Rathaus, dass Mike (Michael Eschner) im Gefängnis wegen Vergewaltigung saß. ich war also bestens vorbereitet, einer ultrabösen Sekte bei zu treten. 🙂

In meiner Zeit gab es immer wieder „Angriffe“ von der Presse oder man organisierte ein Treffen in dem man über die TS, aber nicht mit uns, sprach und natürlich verurteilte. Auch, soweit ich mich recht entsinne, waren wir damals, nach der Scientology, die zweit gefährlichste Sekte in Deutschland. Vorwürfe waren sexuellen Missbrauch, wofür Mike auch mal im Gefängnis saß, Ekeltraining, oder dass man Mitglieder (respektive Menschen die keine Mitglieder waren) einfach nur erniedrigte oder missbrauchte. Ich habe nie erlebt, dass man einen anderen schikanierte, schlug oder demütigte, ein Tier quälte oder schlachtete oder eine andere Religion verachtete. Es gab grundsätzlich immer ein Gespräch, sofern man erkannte, dass es Probleme innerhalb der Gruppe gab. Dabei wurde stark auf die Sachlage geachtet und nach Lösungen gesucht. Mike war für mich ein besonderer Mensch, er war keine Vaterfigur für mich, sondern ein Mentor. Ich habe ihn nur einmal erlebt wie er laut wurde und das war wegen Federico Tolli, weil dieser interne Papiere über Martini (die Frau von Mike) ins Netz stellte. Ansonsten erlebte ich ihn grundsätzlich souverän, ruhig, eher gelassen, freundlich und ehrlich, aber auch sehr direkt und knallhart.

Derzeitige Aktivitäten und Ansichten

Im Jahr 2018, also noch gar nicht so lange her, hatte ich ein Erlebnis gehabt oder nennen wir es ein Begreifen des „Tue was du willst“. Mir wurde durch Bilder unmittelbar klar, welches unglaubliche Ausmaß Thelema hat. Ich war zuerst in Panik, hatte Angst und befürchtete ein Geheimnis in mir zu tragen, was „andere“ gar nicht gefallen wird. Mit der Zeit wurde mir immer mehr klar und bekam Verständnis zu dem, was ich damals eher als eine Aversion erlebte. Danach fing ich mit Videos und diesem Blog an.

Ich bin seit 2006 Autor in der Wikipedia. Dort habe ich mehrere Artikel über Thelema erstellt bzw stark mitgewirkt. Nebenbei betreue und erweitere ich den Artikel Ötisheim, was daran liegt, weil ich dort 20 Jahre gelebt habe und eine durchaus glückliche Kindheit, als auch Jugend erlebte. Hier meine Benutzerseite: Benutzer:A.M.A. Seit 2018 betreibe ich einen Youtube-Kanal, wo ich ab und an Videos über Crowley oder Thelema veröffentliche.