Die Welt in der ich lebe! How dare you!

Ich kann saufen soviel ich will und würde ich noch kiffen, würde es immer noch nichts ändern.

Die Welt in der ICH lebe, ist doch eine sehr wesentliche andere Welt, als in der Welt wo die ANDEREN leben.

Und das ist gut so!

Und trotzdem verspüre ich Einsamkeit und will aber kein Mitleid, bitte spare es dir für die Armen auf, denn mein Ziel ist es: ich will Allein sein.

Es zeigt mir trotzdem auf, ich bin einsam. Denn kaum einer versteht mich, kaum einer hat ansatzweise eine Ahnung von dem worum es in Thelema geht (selbstverständlich ist das MEINE Ansichtsweise), denn ich verbinde Thelema grundsätzlich mit Agape: Liebe ist das Gesetz, liebe unter Willen: es ist mein Wille, alles zu verbinden. Oder wie es Crowley, u.a., ausdrücken würde:

Ra-Hoor-Khuit ist das gekrönte und erobernde Kind. Dies ist auch ein Hinweis auf das „gekrönte“ und erobernde „Kind“ in uns selbst, unseren persönlichen Gott. Wenn ihr nicht wie kleine Kinder werdet, sagte „Christus“, werdet ihr nicht in das Königreich Gottes eingehen. Das Königreich von Malkuth, der jungfräulichen Braut und das Kind ist das Zwergen-Selbst, das phallische Bewusstsein, das das wahre Leben des Menschen jenseits seiner „Schleier“ der Inkarnation ist. (Crowleys Kommentar zu Ra Hoor Khuit, Vers 22)

Erobere, das genügt! Willst du x mit Aktivität oder Passivität erobern oder mit Liebe unter Willen? Kaum einer würde für seine Sache sterben, ohne dass ein Fanatismus dahinter steht. Dabei geht es nur um die Einfachheit der Selbstverständlichkeit, geboren aus der Natürlichkeit.

Zwar kenne ich einige „Thelemiten“ und von mir aus mit „In“ und *, aber wenn ich dann die Antworten lese, dann spüre ich die Einsamkeit. Es gibt wenige die meine Einsamkeit teilen und es gibt viele die meinen zu wissen was ich meine.

Ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo es in mir immer mehr schreit: es reicht! Dann gibt es einfach ein NÖ (wie jämmerlich und lächerlich das doch ist) oder keine Antworten, wenn ich Fragen stelle; dann ist es einfach so und das ist gut so! Es ist trotzdem einfach nur beschämend wie andere stur ihren vermeintlichen wahren Willen als Waffe benutzen, um damit ein Nein zu erzeugen. Ich bitte doch mal darüber nochmal nachzudenken: was heißt Liebe?

Ist Agape tatsächlich Trennung, Abgrenzung zu x? Agape ist für mich Integration von Allem. Egal was es auf diesem Planeten oder einer anderen Dimension etc. passiert, es muss und wird integriert und ich meine tatsächlich EGAL was passiert! Ich scheiße auf meinen Stolz, auf meinen Ehrgeiz, auf meine Vorstellung „wie die Welt zu sein hat“, sprich Moral. Ich scheiße auch auf meinen wahren Willen, weil es mein wahrer Wille ist!

Aber trotzdem kann ich nicht akzeptieren (mea culpa, ich bin lieblos…), dass es sogenannte Thelemiten gibt, die meinen, es sei eine Wahrheit wenn sie sich abgrenzen: sei es Christentum, sei es Faschismus, sei es Kapitalismus, sei es Kommunismus (und ja, ich muss daran noch arbeiten), sei es Krieg, sei es Schmerz oder Frieden (auch da bin ich dran), sei es Jazz (shit happens, ich arbeite daran), sei es Spinnen (ok, ihr wisst was ich meine), sei es BDSM oder Natursekt oder sei es, dass das Feminine zu dienen hat, und dass das Maskuline über das Feminine herrscht (*hust*).

Ich bin wahrlich kein Crowleyaner und bin tatsächlich bemüht „Fehler“ bei Crowley zu finden, aber ich finde keine. Das liegt daran, weil er, so sehe ich das, die Welt als ein unmoralisches Spiel sah. Denn Moral ist ein Konstrukt. Die Moral erleben wir z.B. immer wieder, wenn wir uns die Politik anschauen. Wie die Traditionalisten (Konservativen, es bleibt alles beim Alten) sich mit den Linken (Revolutionären, wir müssen alles ändern) hauen und alle schreien nach der Selbstzerstörung ihrer Partei, und das ist übrigens Demokratie. Sie ist lediglich eine andere Form der Pervertierung des Christentum! Und darum sind beide richtig und falsch in meiner Welt, da die Demokratie keine Lösung für alle sein kann, denn für die einen ist sie richtig und für die anderen ist sie falsch. Wer sich für die Demokratie entscheidet ist ein Sklave. Punkt! 🙂 Gegenargumente?

Und was sagt unter anderem das LLL aus?:

Nuit, 22: Nun, deshalb bin ich euch bei meinem Namen Nuit bekannt und ihm bei einem geheimen Namen, den ich ihm geben werde, wenn er mich endlich kennt. Weil ich der Unendliche Raum bin und die Unendlichen Sterne darin, tuet ihr desgleichen. Bindet nichts! Machet da unter euch keinen Unterschied  zwischen irgendeiner Sache & irgendeiner anderen Sache; denn dadurch kommet Schmerz.

Crowley schrieb dazu:

Wir haben hier eine weitere Konzeption des kosmographischen Schemas. Nuit ist alles, was existiert, und die Bedingung dieser Existenz. Hadit ist das Prinzip, das Veränderungen in diesem Wesen bewirkt. Dies erklärt, wie man Nuit-Materie und Hadit-Bewegung im höchsten physikalisch-philosophischen Sinne dieser Begriffe nennen kann.

Wir werden gebeten, dieses Naturgesetz beiseite zu legen. Das heißt, wir sollen uns nicht gegen den Widerstand gegen die perfekte Fluidität des „Werdens“ der Natur stellen. Ebenso wenig sollen wir einer momentanen Erscheinung mehr Bedeutung beimessen als irgendeiner anderen.

Denn in dem Augenblick, in dem wir das tun, bestätigen wir die Illusion der Dualität. Wir behaupten, dass die Unvollkommenheit absolut ist und nicht als ein Mittel der Perfektion zur Selbsterkenntnis. (Quelle: Nuit, Vers 22 )

Michael D. Eschner schrieb dazu:

Wenn man einen Menschen lieber zum Partner hat als einen anderen. dann ist man an ihm gebunden und versucht, ihn an sich zu binden. Dadurch beraubt man die Möglichkeit, andere Menschen in der gleichen Intimität zu erfahren oder braucht sich ihr nicht zu stellen. Man beschränkt sich und fällt unter Nuit, Vers 21, denn Nuit ist unendlich. (Quelle: Aleister Crowley/Michael D. Eschner, Liber AL vel Legis mit Kommentaren, Seite 77)

Die letzten 3 Sätze von Crowley sagen es ziemlich eindeutig:

Das heißt, wir sollen uns nicht gegen den Widerstand gegen die perfekte Fluidität des „Werdens“ der Natur stellen.

Wie soll das gehen ohne Verbindung –> Liebe?

Ebenso wenig sollen wir einer momentanen Erscheinung mehr Bedeutung beimessen als irgendeiner anderen. Denn in dem Augenblick, in dem wir das tun, bestätigen wir die Illusion der Dualität.

In der Demokratie kann es kein Werden geben. Man hat die oberste Priorität gesetzt, dass alle Mensche gleich behandelt werden müssen, das ist übrigens Sozialismus und hat mit Natur herzlich wenig zu tun. Die Natur kennt keine Entschuldigung. Du kannst nicht sagen, oh ich war unvorsichtig, wenn dich eine Schlange gebissen hat, du wirst einfach an dem Gift der Schlange sterben oder an einem Genickbruch sterben, weil die Schwerkraft dafür mitgesorgt hat.

Was Michael D. Eschner dazu schreibt, braucht wohl nicht kommentiert werden.

Das heißt zuletzt: Fanatismus kann keine Liebe sein, sondern folgt stur seinem Programm–> das ist gut und das ist schlecht!

Tu was du willst, SOLL sein das Ganze von dem Gesetz?

Die Sklaven SOLLEN dienen!?

Oder wie es Greta Thunberg sagen würde: how dare you? Eine reine moralische Floskel wo sich jeder betroffen fühlen sollte? Aber ich muss zugeben, ich fand es köstlich! 😉

 


Die Stechfliege initiierte diesen Blog.

Autorenseite: Die Stechfliege

 

Ein Kommentar zu „Die Welt in der ich lebe! How dare you!

  1. Dein Text hier trifft mich in der Tiefe von ein-sam(e) und all-ein, lieber Aaron, mir ist als seien diese zwei einfachen Worte ein Beleg dafür, das der Gedanke an Getrenntheit, genau diese duale Illusion enthebelt. Ein Same geht auf zu seiner Zeit und trägt wiederum zur Frucht bei zu seiner Zeit. Muss gerad an Nietzsches Gedanken der „Ewigen Wiederkehr“ denken, nun sei es wie es sei, ich denke, keiner von uns war je bei seiner Geburt dabei noch bei seinem Tode 😉 und wieso nicht ? *lächel* …

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