Crowleys Kommentar zu Ra Hoor Khuit Vers 60

AL III.60: „Es gibt kein Gesetz jenseits von „Tu, was du willst“.

Der neue Kommentar
Es gibt natürlich auch andere Gesetze, Details und besondere Fälle des Gesetzes. Aber das ganze Gesetz ist: Tu was du willst, und es gibt kein Gesetz, das darüber hinausgeht. Dieses Thema wird vollständig in Liber CXI Aleph behandelt und der Student sollte sich darauf beziehen.

Noch besser ist es aber, wenn er dieses Gesetz als den universellen Schlüssel zu jedem Problem des Lebens annimmt und es dann auf einen bestimmten Fall nach dem anderen anwendet. Wenn er es nach und nach versteht, wird er erstaunt sein, wie sehr es die obskursten Fragen vereinfacht. So wird er das Gesetz aufnehmen und zur Norm seines bewussten Seins machen; dies allein wird ausreichen, um ihn einzuweihen, seine Komplexität aufzulösen, sich vor sich selbst zu enthüllen und so wird er die Kenntnis und das Gespräch seines heiligen Schutzengels erlangen.

Ich selbst habe mich ständig geübt, das Gesetz durch viele und verschiedene Arten in vielen und verschiedenen Gedankensphären zu beweisen, bis es in mir so sehr verankert wurde, dass es als „identische Gleichung“ erschien, in der Tat axiomatisch, und doch keine Plattitüde, sondern ein Schwert der Wahrheit, das jeden Knoten bei einer Berührung durchbricht.

Als praktische Ethik des Gesetzes habe ich es in Worten formuliert von einer Silbe meine Deklaration der

RECHTE DES MENSCHEN

Tue was du willst, sei das Ganze von dem Gesetz.

Es gibt keinen Gott außer dem Menschen.

Der Mensch hat das Recht, nach seinem eigenen Gesetz zu leben.

Der Mensch hat das Recht, so zu leben, wie er es will.

Der Mensch hat das Recht, sich so zu kleiden, wie er es will.

Der Mensch hat das Recht, zu wohnen, wo er will.

Der Mensch hat das Recht, sich auf der Erde so zu bewegen, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, zu essen, was er will.

Der Mensch hat das Recht, zu trinken, was er will.

Der Mensch hat das Recht, zu denken, wie er will.

Der Mensch hat das Recht zu sprechen, wie er will

Der Mensch hat das Recht zu schreiben, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, zu gestalten, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, zu malen, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, zu schnitzen, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, zu arbeiten, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, sich auszuruhen, wie er will.

Der Mensch hat das Recht, zu lieben, wie er will, wann, wo und wen er will.

Der Mensch hat das Recht zu sterben, wann und wie er will.

Der Mensch hat das Recht, diejenigen zu töten, die diese Rechte vereiteln würden.

Diese Aussage darf nicht als wild gewordener Individualismus angesehen werden. Ihre Harmonie mit der Staatskunst wird in den bereits zitierten Kapiteln des Liber Alephs demonstriert – siehe Kommentar zu Kapitel II, Vers 72.(1)

Das moderne Denken, selbst das des oberflächlichsten, wird von AIWAZ dazu gezwungen, sein Gesetz zu bestätigen, ohne zu wissen, worum es sich dabei handelt. Zum Beispiel: „Gottes Wind aus dem Nirgendwo, welcher der Wille genannt wird und die einzige Entschuldigung des Menschen auf dieser Erde ist“, wurde von einem so trivialen, fetten Mann wie Gilbert Keith Chesterton in „The Flying Inn“ geschrieben.

Quelle The Hermetic Library

 

Anmerkung

1) Liber Aleph vel CXI 72 Βσ. DE TAHUTI.

Tahuti, oder Thot, bestätigte das Wort des Dionysos, indem er es weiterführte; denn er zeigte, wie es durch den Geist möglich war, die Operationen des Willens zu leiten. Durch Kritik und durch aufgezeichnete Erinnerung vermeidet der Mensch Fehler. Aber das wahre Wort von Tahuti war A M O U N, wodurch er die Menschen dazu brachte, ihre geheime Natur zu verstehen, d.h. ihre Einheit mit ihrem wahren Selbst oder, wie sie es damals formulierten, mit Gott. Und Er entdeckte für sie den Weg dieser Errungenschaft und ihre Beziehung zur Formel von INRI. Auch durch sein Geheimnis der Zahl machte er seinem Nachfolger den Weg klar, die Natur des gesamten Universums in seiner Form und in seiner Struktur zu erklären, sozusagen eine Analyse davon, und für die Angelegenheit das zu tun, was der Buddha für den Geist zu tun befohlen wurde. (Quelle)


Aleister Crowley initiierte Thelema und den Orden A∴A∴ und war bis zu seinem Tod Oberhaupt des Ordens O.T.O. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Schriften und gilt im Mainstream als der „böseste Mensch des 20. Jahrhundert“.

Autorenseite: Aleister Crowley

4 Kommentare zu „Crowleys Kommentar zu Ra Hoor Khuit Vers 60

    1. Dazu wollte ich auch mal einen Artikel schreiben, da ich schwer davon ausgehe, dass es Systeme sind, die miteinander und auch getrennt agieren. Ähnlich wie bei Nietzsche, das Kamel, der Löwe und das Kind.

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