Thelema, die Politik und die Freiheit des Menschen

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Tue was du willst, sei das Ganze von dem Gesetz

Video zu dem Text ist hier zu finden: Thelema, die Politik und die Freiheit des Menschen

Vorgeschichte

416n78mZxoLIch hatte vor ein paar Tagen ein Buch (Erinnerungen an MDE) über Michael Eschner gelesen. Verschiedene Personen schrieben ihre Erfahrungen über ihn und es war für mich schon sehr interessant. Vor allem schrieben einige, wie Berthold Röth oder Georg Dehn, wie die Szene früher war. Interessant fand ich auch, dass ich den Eindruck hatte, dass unter den Autoren und Autorinnen doch so einige links denkende Menschen dabei waren. Michael Eschner war eher libertär, ein Anarchokapitalist oder so etwas in der Richtung, wenn man ihn politisch einordnen würde. Zumindest fand er Ayn Rand sehr gut und empfehlenswert. Aber man muss dazu sagen, Politik spielte in der Thelema Society eigentlich keine Rolle. Am Ende des Buches stellt Knut Gierdahl noch den Vergleich zwischen der österreichischen Schule (neoliberal, libertär, also freie Marktwirtschaft) und Thelema vor und ich kann ihm da nur zustimmen, dass beide Richtungen sehr ähnliche Richtungen anstreben.

Anarchismus

Soweit ich es sehe, ist Anarchismus, Libertarismus derzeit die einzige „politische“ Richtung, die auf die Freiheit des Menschen abzielt, auch wenn der Libertarismus  eher marktwirtschaftlich ist, als politisch und ich beim Anarchismus hinzufügen will, dass Anarchismus nicht Chaos bedeutet. Betrachten wir das kurz etwas genauer. All gemeinhin wird der Anarchismus so verstanden, dass Anarchisten Herrschaft und Hierarchien prinzipiell ablehnen. Im Leben gehört Herrschaft und Hierarchie aber zum Leben, es ist ein notwendiger Bestandteil des Lebens. So hat ein Mensch über mich Herrschaft, weil dieser Mensch in einem bestimmten Bereich mehr Kompetenz hat als ich. Ich will etwas über die Mechanik eines Autos wissen, dann suche ich mir einen der sich damit auskennt. Ich bestimme ihn, sofern er einwilligt, zu meinem Meister und somit steht er hierarchisch über mir. Er ist solange mein Meister bis ich nichts mehr von ihm lernen kann bzw. ich der Meinung bin, dass ich genug darüber weiß. Das nennt man eine Herrschaft durch Wissen oder eine Autorität des Wissens. Die andere Form des Herrschens und der Hierarchie ist die Autorität durch Macht. Besonders gut zu sehen in der Politik oder im Nepotismus, im schwäbischen heißt es Vetterleswirtschaft, wo jemand (oftmals durch familiären Beziehungen) an eine Position gesetzt wird, welcher aber null Plan über den Bereich hat und trotzdem bestimmt, in welche Richtung es gehen soll. Dieser Part wird vom Anarchismus abgelehnt.

Sozialismus

Derzeit erleben wir wiedermal ein verstärktes Aufkommen des Sozialismus in einem schon sozialistischen Staat. Denn Demokratie ist

ein unwürdiger, stinkender Kult der Schwachen (AC, Magie mit/ohne Tränen, Kapitel 46).

Durch Gesetze muss der Markt geregelt werden, damit die Armen und Schwachen (übrigens, ist das christliches Denken) nicht unterjocht werden von den Starken. Dabei sind es die weit über 150.000 Vorschriften, die den Menschen in einem Staat verantwortungslos, unselbstständig und skrupellos machen. Ich meine, 150.000 Vorschriften (Stand 2005) die für den einzelnen Menschen bestimmt sind, ist Wahnsinn! Huch, da werde ich emotional! 🙂 Thelema hat ein einziges Gesetz und keine Vorschriften. Das macht mich echt kirre, wenn ich mir das vor Augen führe. Und dann redet man von einem Land der Freiheit? Das ist ein Land der Sklaven! Und, wie aus dem Artikel hervorgeht, ist es völlig normal, dass wir diese Vorschriften nicht einhalten können, es ist eine reine Fiktion und somit macht der Staat seine Bürger zu Kriminelle. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: wir sollen die Gesetze einhalten, können dies aufgrund der Unmengen von Vorschriften nicht und sind damit per se straffällig.

Dazu kommt noch, dass der Staat vom Bürger Geld verlangt, in dem es Gewalt ausübt, wenn man versucht sein verdientes Geld nicht an den Staat weiter zu geben. Selbst Obdachlose zahlen Steuern allein durch die Mehrwertsteuer, wenn sie was zum trinken oder essen kaufen wollen. Die Polizei, die nicht für den Bürger da ist, sondern das tut was der Staat sagt, aber vom Bürger bezahlt wird, sorgt dafür, dass die Gesetze eingehalten werden. Wird ein Gesetz gebrochen, dann wird man bestraft. Dabei rede ich nicht von Diebstahl oder Mord, sondern von Falschparker, Steuerhinterziehungen, einfach Vorschriften die nicht eingehalten werden. Hier rede ich übrigens nicht gegen den Menschen der in einer Uniform steckt, sondern vom Staat mit seinen Machtinstrumenten und da steht vor allem die Polizei ganz vorne. Das kann man sich einfach mal klar machen. Du zahlst keine Steuern? Dann kommt die Polizei und treibt die Steuern ein.

Wo hat einer einen Vertrag mit dem Staat unterschrieben, dass er bereit ist Steuern zu zahlen? Keiner hat einen Vertrag dazu unterschrieben. Wir wurden einfach, seit unserer Geburt, zu Sklaven gemacht. Genau das würde es in einer freien Marktwirtschaft nicht geben, da wird ein Vertrag zwischen beiden ausgehandelt und dieser wird dann eingehalten und zwar von beiden Seiten. Es ist eine klare Willenserklärung: ich will Sicherheit, ein Auto oder was zum Essen haben und handle einen Vertrag mit dem Anbieter aus, der mir das Bestmögliche mit einem niedrigen Preis anbietet. Der Staat sagt schon mal vorab gar nichts, sondern, nach dem du eine Arbeit gefunden hast, wird automatisch von deinem Lohn Geld abgezwackt. Auch Kinder zahlen Steuern. So bekommt ein Kind Taschengeld, es kauft sich etwas von dem Taschengeld und schon ist das Kind ein Steuerzahler.

Wir erleben, wie immer neue Gesetze kommen die eine Aufgabe haben: ein Regulieren von x damit y nicht (mehr) passiert. Je mehr Gesetze aber verabschiedet werden, umso mehr Gesetze braucht es, damit die Gesetze welche verabschiedet wurden, wiederum gesichert werden. So ist vor langer Zeit ein Gesetz beschlossen worden, die Meinungsfreiheit. Aber im Laufe der Zeit stellte man fest, dass man eigentlich diese Meinung und jene Einstellung nicht mehr weiter tolerieren kann, weshalb zusätzliche Gesetze zu dem Gesetz der Meinungsfreiheit verabschiedet werden, wie das Netzdurchsuchungsgesetz (NetzDG). Das ist übrigens, wie viele meinen, kein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, welches im Grundgesetz steht. Viele wissen das nicht, aber es gibt de facto keine Meinungsfreiheit ohne den Einfluss des Staates. So heißt es zwar im Grundgesetz:

  • Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Doch dem ist nicht so, so lesen wir weiter:

  • Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze (…). Noch Fragen? Und ist die Regierung der Meinung, x nimmt jetzt überhand, da müssen wir einschreiten, regulieren und ein neues Gesetz bringen, dann macht das auch die Regierung. Meinungsfreiheit? Niemals, wenn es dem Staat nicht passt. Bevor Einwände kommen, weil es heißt: „zum Schutze der Jugend“ und „in dem Recht der persönlichen Ehre“. Was genau ist damit gemeint? Wer weiß was am besten für die Jugend ist, wir sicherlich nicht, es ist der Staat der das weiß. Wer weiß was mit persönlicher Ehre gemeint ist? Wir sicher nicht, sondern der Staat. Einen Ausländer zu beleidigen ist strafbar, weil rassistisch und diskriminierend, einen Deutschen zu beleidigen und zu diskriminieren aber nicht. Am Ende entscheidet nämlich der Richter, dessen Entscheidung übrigens nicht an das Grundgesetz gebunden ist und die Staatsanwaltschaft, welche entscheidet ob man den Fall überhaupt aufnimmt oder nicht. Und wer ist deren Arbeitgeber? Der Staat. Und wer zahlt die Richter und Staatsanwaltschaft? Der Staat? Nein, der Steuerzahler, angefangen beim Obdachlosen bis zum Höchstverdiener. Wir zahlen, ohne gefragt zu werden, dafür, dass der Staat über uns bestimmt wie wir zu leben haben, was Wahrheit ist und wohin die Reise geht.

Unterschwellige Unterstellungen bzw Konsequenzen des Sozialismus

Was unterstellt man eigentlich dem anderen gegenüber, wenn man meint, man muss die Wirtschaft regulieren, damit alle Menschen es auch gut haben?

  • Man unterstellt ihm, dass er unfähig ist zu leben, wenn der Staat nicht eingreifen würde.
  • Man unterstellt den Menschen, dass man, ohne den Staat, sich nicht gegenseitig unterstützt.
  • Man unterstellt dem Menschen letztendlich, dass er ein asoziales, verantwortungsloses und unselbstständiges Wesen ist.

Dabei sind Menschen von Geburt auf, auf ein Miteinander eingestellt. Das Baby saugt förmlich ein „Miteinander“ durch die Brust der Mutter auf, denn anders wie z.B. bei Schildkröten, ist das Kind auf ein gegenseitiges Miteinander von seinen Mitmenschen abhängig. Abhängig, weil es noch zu wenig Erfahrung hat. Es wächst dann durch lernen aus Erfahrungen zu einem eigenständiges Lebewesen heran. Sollte man meinen. Doch dem ist nicht so. So wird das Kind zu dem „erzogen“ was die Familie, die Gesellschaft und der Staat sich vorstellt. Es wird zu einem roboterhaften, nicht selbstständiges Wesen erzogen, das gelernt hat zu betteln, anstatt andere Wege zu gehen. Und sollte das Kind später ein Querdenker werden, gibt es Mittel sein Querdenken zu beseitigen oder man vernichtet es vollständig.

Das Mitleid

Eine besondere „Waffe“ der Sozialisten scheint hier Mitleid zu sein. Das Liber AL schreibt hier recht klar:

Gnade lasst beiseite; verdammt die Mitleidigen! Tötet und quält, schont nicht. Auf sie! (Liber Al vel Legis, Ra Hoor Khuit, Vers 18)

Warum so brutal, so gnadenlos formuliert? Weil Mitleid nicht dem hilft der „am Boden“ liegt. Man unterstellt dem anderen, auf den man mitleidig schaut, dass er ein schwaches, erbarmungswürdiges Wesen sei, was unter dem, der Mitleid hat, steht: Ach du armes Würmchen, komm ich helfe dir, ich habe ja so Mitleid mit dir, ich leide mit dir, aber ich weiß wie du da raus kommst! Und der Sozialist, ein Christ der nicht an Gott glaubt, hat die Lösung! Die Sozialisten würden dann sagen: wir müssen die Starken schwächen, damit diese mitleiderregende Kreaturen auch eine Chance haben. Wir müssen Gesetze entwerfen, damit alle gleich sind und voilà, keiner muss mehr leiden! Doch dadurch wird das Leid noch mehr hervorgerufen, denn ein System, dass auf Mitleid aufbaut, ist prinzipiell ein System, welches anderen Menschen unterstellt sie seien zu schwach. Es ist eine Unterstellung dem anderen gegenüber, seine Probleme nicht alleine lösen zu können, so als wäre der Mensch ein kleines dummes Kind.

Als Brüder kämpft! (Liber Al vel Legis, Ra Hoor Khuit, Vers 59)

Komm Bruder (Bruder ist in dem Fall der Geist) das schaffst du, ich glaube an dich und werde dir da helfen wo du tatsächlich nicht weiter kommst. Aber den Weg musst du prinzipiell alleine gehen. Es ist letztendlich immer deine Entscheidung und keiner hat das Recht „Nein“ zu deiner Entscheidung zu sagen.

(…) du hast kein Recht, als deinen Willen zu tun. Tue dies, und keiner soll nein sagen. (Liber Al vel Legis, Nuit, Vers 42 und 43)

Sozialisten würden das niemals tun, sie würden den bekämpfen der versucht ohne Hilfe weiter zu kommen. Sie würden ihn vernichten müssen, ja müssen, weil sonst ihre Philosophie nicht bestätigt wird, da der andere unabhängig von ihrem Glauben, ihrem System, seinen Weg geht. Jeder Mensch ist immer eine Gefahr, wenn er einem System nicht entspricht. Es sind nicht notwendigerweise Freidenker, sondern einfach nur Menschen die eine Einstellung eines anderen nicht bestätigen und damit beweisen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt. Sie sind die Außenseiter, die dann tituliert und verfolgt werden.

Der Krieg der Schwachen

Viele wurden ins Lager dafür gesteckt, verbrannt, gefoltert und für ein System letztendlich geopfert. Ein System was andere verfolgt und nichtet ist immer ein System gegen Möglichkeiten außerhalb ihres Systems. Es ist ein System was man Gefängnis nennt.

  • Die Juden töteten Jesus, weil er ihrem (heiligen) System nicht entsprach.
  • Die Römer verfolgten Christen, weil es dem System nicht entsprach.
  • Die Kreuzritter, und später die Moslems, schlachteten Andersgläubigen ab.
  • Mao ließ unzählige Menschen umbringen, die eine Gefahr für sein System sein könnten.
  • Hitler steckte Menschen ins KZ, weil sie nicht seinem Ideal entsprachen.
  • Stalin brachte Menschen um, weil er Angst vor ihnen hatte.
  • Die USA „demokratisieren“ andere Länder.

Die Welt ist voll von „Sozialisten“. Von Menschen die meinen, ihr System ist besser als ein anderes.

Hier noch ein sehr gutes Video über den Voluntarismus:

Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen

 


Die Stechfliege initiierte diesen Blog.

Autorenseite: Die Stechfliege

Ein Kommentar zu „Thelema, die Politik und die Freiheit des Menschen

  1. Jene, die Gesetze errichten, machen diese immer so, dass, wenn sie selbst dagegen verstoßen es legal ist, und wenn es die anderen tun, ist es verboten. So werfen dann Verbrecher, die man nicht gefasst hat Steine auf jene, die gefasst wurden. Jegliche willkürliche, nicht natürliche Hierarchie, ist pathologisch.

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