Es ist gut so, wie es ist!

Eine Mail an einen thelemischen Künstler:

Weißt du, Crowley, auch Maik (Michael D. Eschner) und andere, haben immer die Kunst ganz nach vorne gesetzt bzw es als wichtig erachtet. Ich frage mich, ob die Kunst letztendlich die Form der Kommunikation ist, um Thelema anderer näher zu bringen ohne zwangsläufig Thelema zu erwähnen. In der Kunst geht es „oberflächig“ erstmal um Gefühle, Kunst drückt etwas aus und zuerst erlebt man Gefühle (oder Emotionen, ich mache da jetzt keinen Unterschied, sagen wir einfach, Kunst hat eine Wirkung). Wenn man dann, rational gesehen, dann den Kopf einschaltet und sich fragt „huch, was passiert da gerade in mir“, ist man auf der Ebene des Verstandes (auch und das ganz natürlich, ist es ergo eine valide Funktion des Geistes), sofern der Geist noch nicht ganz selbst bestimmend ist. Man reflektiert und beobachtet sich, wie man auf y reagiert und wohin es führen wird bzw kann. Zumindest sieht man sowas wie eine Form, ein Etwas zu x, auch wenn man es nicht mit Gewissheit sagen kann, drückt es doch soviel aus wie: es gibt mehr als das, was ich bisher von mir dachte/erlebte.

Wenn wir uns das 20. Jahrhundert anschauen, dann ist gerade in dieser Zeit die Kunst aka Kreativität wahrlich ausgebrochen, du als Künstler wirst es sicher wissen, welche Kunstrichtungen es damals gab. Was passierte danach? Nichts! Literatur? Gääähn. In der Erfindung kaum was erwähnenswertes (die Dampfmaschine rockt weiter), Musik nichts, Gedichte, Poesie ist ausgestorben und von der „modernen Kunst“ braucht man kaum zu reden.

Das war jetzt eine Sichtweise,

die andere aber zeigt etwas ganz anderes auf! Natürlich ist bis dahin (um das 20. Jahrhundert bis heute) viel passiert. Wir stoßen an die Grenze der Möglichkeiten und diese Grenze heißt Moral und Gewohnheiten, wir erleben, wie wir mit etwas konfrontiert werden, womit wir nicht  geprägt geschweige konditioniert wurden. So erleben wir immer mehr Brutalität, im Vergleich zu früher, mehr Blasphemie und Nihilismus und das wiederum ist gut so! Ordo ab Chao! Und nur so ist es möglich, die Krusten der alten Wunden und auch die alte Haut aufzureißen, für das Neue, das Unerlebte, das Unhörbare, das Unaussprechliche, das Fassungslose, das Unbeschreibliche. Es ist die absolute Gottlosigkeit, welches jedes neue Äon zuvor erleben wird und muss, um das Frische, das nicht Richtige zu erleben und zu sein und auch nicht, denn es geht in die richtige Richtung, das WERDEN zu erleben und zu sein!

93er Grüße

 


Die Stechfliege initiierte diesen Blog.

Autorenseite: Die Stechfliege

10 Kommentare zu „Es ist gut so, wie es ist!

  1. Nun, das mit der Kunst, was sie kann oder ist, und was nicht, ist im Wesentlichen eine Geschichte des Scheiterns. Kunst – Magie eine Apotheose des Irrationalen, was die Quelle des Rationalen ist. Was willst du verändern können, in einer Schöpfung, die wie sie ist, vollkommen ist? Bewegung und Gegenbewegungen, Progression und Regression korrelieren immer schon miteinander. Kunst wirft Fragen auf, macht bestenfalls so ratlos, wie der Erlebnisraum selbst, weist in andere Richtungen, zeigt Wunden und Unverständnis ….

    Tore: https://artofarkis.blog/2019/08/08/tore/

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  2. Für mich ist Kunst weiterhin ein Rätsel. Letztendlich stelle ich nur fest, dass ich eine Perspektive sehe und entweder sie wirkt auf mich oder nicht. Aber der „Kick“, also die Einsicht zu x, bekomme ich eigentlich fast nur über rationelle Wege.

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      1. Der Begriff Altruismus, welcher sich vom lateinischen „alter“, der andere, ableitet, wird prinzipiell als Synonym des Egoismus verstanden und durch das Interesse und das Wohl der Anderen definiert. Altruismus kann demzufolge mit selbstlosem Handeln gleichgesetzt werden. Der Ausdruck „Altruismus“ ist in allen Bereichen des täglichen Lebens vorhanden, vor allem wenn das Verhalten anderen gegenüber eine bedeutende Rolle spielt, wie beispielsweise in der Soziologie, Ethik,
        Psychologie, Biologie und Wirtschaft.

        Stemmer, Peter: Handeln zugunsten anderer. Eine moralphilosophische Untersuchung. Walter
        de Gruyter: Berlin 2000.

        Worte sind ein Mittel der Verständigung. Das Wort, die Metapher, ist nicht das Ding. Richtigkeit kommt von richten, von lat. Ratio, und ist eine Leistung der mentalen Struktur des Bewusstseins.

        Arkis

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