Aleister Crowley, Die wissenschaftliche Lösung für das Problem der Regierung.

3 als Arabischer Alchemist

 

Aleister Crowley

Die wissenschaftliche Lösung für das Problem der Regierung.

von Comte de Fénix

Erstmalige Veröffentlichung 1937 e.v. in London.

(Es wird in der Einleitung des Liber AL vel Legis (Ausgabe 1938 e.v.) erwähnt.
Crowleys Pseudonym ist hier, „Comte de Fénix“, es ist eine Anspielung auf seinen magischen Namen „Phoenix“.)

((Veröffentlicht in The Revival of Magick, herausgegeben von Hymenaeus Beta & R. Kaczynski (1998 ev.) ))

 

Theorem

Die wissenschaftliche Lösung des Regierungsproblems ist im AL (Liber Legislation) enthalten. Dieses Gesetz ersetzt alle bisherigen empirischen Theorien.

Auswahl. [aus dem Liber AL vel Legis]

Kapitel I.

3. Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.

10. Meine Diener sollen wenige & geheim sein: Sie werden die vielen & die Bekannten regieren.

40. Tue, was du willst, sei das ganze Gesetz.

41. Das Wort der Sünde ist Beschränkung.

42. Du hast kein Recht, als deinen Willen zu tun.

43. Tue dies, und keiner soll nein sagen.

44. Denn reiner Wille, unbefleckt vom Zweck, befreit von der Gier nach Ergebnissen, ist in jeder Hinsicht vollkommen.

57. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.

Kapitel II.

19. Soll ein Gott in einem Hund leben? Nein! Nur die Höchsten sind unser. Sie werden jubeln, unsere Erwählten; wer trauert, gehört nicht von uns.

20. Schönheit und Stärke, perlendes Lachen und köstliches Ermatten, Kraft und Feuer sind unser.

58. Ja! Rechnet nicht mit Veränderung: ihr sollt sein, wie ihr seid, & nicht anders. Deshalb sollen die Könige der Erde Könige für immer sein: die Sklaven sollen dienen.

Kapitel III.

4. Wählt euch eine Insel!

5. Befestigt sie!

6. Düngt sie mit Kriegsgerät!

7. Ich werde euch eine Kriegsmaschine geben.

8. Damit werdet ihr die Völker zerschmettern; und niemand wird vor euch bestehen.

58. Aber die Kühnen und die Stolzen, die Königlichen und die Erhabenen; ihr seid Brüder!

59. Kämpft ihr als Brüder!

60. Es gibt kein Gesetz außer Tu was du willst.

Veranschaulichung.

1. Der durchschnittliche Wähler ist ein Dummkopf. Er glaubt, was er in den Zeitungen liest, nährt seine Phantasie und beruhigt seine Repressionen durch den Staat, in dem er ins Kino geht. Er erhofft sich von seiner Sklaverei durch Fußballwetten, Kreuzworträtselpreise oder sich die Gewinner um 3:30 Uhr anzusehen [Vermutlich eine damalige Sendung im engl. Fernsehen, ähnlich wie heute, in dem es Sendungen mit Gewinnspielen gibt], zu befreien.
Er ist unwissend, wie kein ungebildeter Bauer unwissend ist: Er hat keine Macht des unabhängigen Denkens. Er ist eine Beute der Panik.

Aber er ist stimmberechtigt für das Wählen, denn er hat eine Stimme.

2. Die Machthaber können nur regieren, indem sie ihn durch Kriege einschüchtern und seine Ängste und Vorurteile ausspielen, bis er sich gegen seinen eigenen Interessen stellt und sich einer repressive Gesetzgebung fügt. Indem man mit seiner Einbildung spielt, wird er völlig blind für sein eigenes Elend und seiner Unterwerfung sein.
Die alternative Methode ist der unverhohlene Zwang [engl. dragooning]. Kurz gesagt, man regiert mit einer Mischung aus Lügen und Tyrannei.

3. Dieser verzweifelte Rückgriff auf archaische Waffen ist das Erbe der Heuchelei. Die Theorien des göttlichen Rechts, die aristokratische Überlegenheit, die moralische Ordnung der Natur, sind heute offen gelegte Täuschungen. Sogar diejenigen von uns, die an übernatürlichen Sanktionen glauben, um das Volk unter Druck zu setzen und zu berauben, machen sich keine Illusionen mehr mit dem Gedanken, dass die Opfer ihren Aberglauben teilen.

4. Selbst Diktatoren verstehen das. Mussolini hat versucht, das Gespenst des antiken Rom dazu zu bringen, in der Gestalt von Julius Cäsar auf der Bühne zu stolzieren; Hitler hat einen Haufen Unsinn über Nordländer und Arier entwickelt und niemand gibt auch nur vor das alles zu glauben, außer durch den „Willen zum Glauben“.
Und die Täuschung bricht sichtlich überall zusammen. Sie können nicht einmal mit Krämpfen der Scheintätigkeit aufgeschreckt werden, wie es noch immer gelegentlich bei den toten Kröten des Aberglaubens geschieht.

5. Es gibt nur eine Hoffnung die Menschen unter intelligenter Führung zu vereinen; denn es gibt nur eine Sache, an die alle Menschen tatsächlich glauben. Und zwar, dass der Mensch glaubt, dass jede Handlung seines täglichen Lebens grundsätzlich auf seine eigenen Prinzipien gründet.
(Dies gilt praktisch für alle Menschen, unabhängig von ihrer Rasse, Kaste oder ihrem Glaubensbekenntnis.) Diese allgemein gültige Verhaltensbasis ist eine wissenschaftliche Erkenntnis.

6. Die Wissenschaft hat sich diese Stellung erarbeitet, weil sie behauptet, dass sie bereit ist, ihre Erkenntnis vor allen anderen zu beweisen. (Dieser Teil ist so gut verstanden, dass alle „falschen Propheten“ jeglicher Spiritualität, christliche Wissenschaftler, ethnologische Sonderlinge oder Menschen die ihre Theorien über die Pyramide verbreiten und die restlichen Betrüger – so tun, als würden sie sich auf Beweise berufen und nicht auf eine Autorität, wie die Könige und die Kirchen es zu tun pflegte.)

Das Problem der Regierung besteht daher darin, eine wissenschaftliche Formel mit ethischen Auswirkungen zu finden. Diese Formel muss strikt auf alle gesunden Menschen anwendbar sein, ohne Bezugnahme/Einflussnahme auf die individuellen Eigenschaften eines jeden von ihnen.

7. Die Formel wird durch das Gesetz von Thelema gegeben. „Tu was du willst, sei das ganze Gesetz.“ ((Liber AL I:40.))
Dieses Gesetz, ist in gewisser Weise unendlich elastisch, da sie kein bestimmtes Ziel des Willens als wünschenswert festlegt, doch unendlich starr, indem es jeden Menschen verpflichtet, genau dem Zweck zu folgen für den er durch Vererbung, Umwelt, Erfahrung und Selbstentfaltung bestimmt ist.

Die Formel ist damit auch biologisch unanfechtbar und angemessen, ethisch für jeden Einzelnen und politisch für den Staat.

8. Möge diese Formel jede Regierung akzeptieren. Experten werden bei Bedarf unverzüglich ernannt, um die Details des Wahren Willens jeder Person und sogar jeder Körperschaft [Institutionen, Gesellschaftsform], ob sozial oder kommerziell, auszuarbeiten, während eine Justiz die Gerechtigkeit bei scheinbar widersprüchlichen Ansprüchen bestimmen wird. (Solche Fälle werden allmählich seltener, wenn die Anpassung erreicht ist.) Alle Verweise an Präzedenzfälle und Autoritäten, das Totholz des Lebensbaums ((eine symbolische Darstellung des Universums in der Kabbala. Das „Totholz“ wird als Qliphoth bezeichnet – „Muscheln“ oder „Ausscheidung“)) , werden abgeschafft, und strenge wissenschaftliche Standards werden die einzige Maßnahme sein, mit der die Exekutive das Volk anweisen wird.

Die absolute Herrschaft des Staates soll eine Funktion der absoluten Freiheit jedes einzelnen Willens sein.

 

Quelle: O.T.O. BAHLASTI OMPEHDA CAMP – HUNGARY

Anmerkungen in Klammern:
(Anmerkung von Aleister Crowley und/oder Hymenaeus Beta & R. Kaczynski)
((Anmerkung vom O.T.O. BAHLASTI OMPEHDA CAMP – HUNGARY)
[Anmerkung von mir]


Aleister Crowley initiierte Thelema und den Orden A∴A∴ und war bis zu seinem Tod Oberhaupt des Ordens O.T.O. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Schriften und gilt im Mainstream als der „böseste Mensch des 20. Jahrhundert“.

Autorenseite: Aleister Crowley

5 Kommentare zu „Aleister Crowley, Die wissenschaftliche Lösung für das Problem der Regierung.

  1. Eigentlich wollte ich zum obigen Text einen Kommentar schreiben, aber seine Ausführung ist, gelinde gesagt, so mager (und doch so tief?), dass ich mich derzeit außerstande sehe, diesen Text genauer darzulegen. Doch, ich bleibe dran. 🙂

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  2. „Selbst Diktatoren verstehen das. Mussolini hat versucht den Geist des antiken Roms dazu zu bringen, die Bühne in das Bild von Julius Cäsar zu stellen. Hitler hat einen Haufen Unsinn über Nordländer und Arier entwickelt; niemand gibt auch nur vor zu glauben, außer durch den „Willen zum Glauben“.
    Und der Schein bricht sichtlich überall zusammen. Sie können nicht einmal mit Krämpfen der Scheintätigkeit aufgeschreckt werden, wie es noch immer gelegentlich bei den toten Kröten des Aberglaubens geschieht.“

    In den Siebzigern las ich mal zwei Werke vom Ideal Monarchen Julius Evola: Revolte wider der modernen Welt“ und, Die Gruppe von UR. Fand es, sehe ich mal von Ideologischem ab, inspirierend.

    http://www.trend.infopartisan.net/trd1298/t351298.html

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  3. Danke für die 2 Links.
    Beim Anarchismus stört mich, dass die Herrschaft immer als negativ dargestellt wird. Es gibt 2 Formen der Herrschaft: die Autorität durch Wissen und die Autorität durch Macht. Ersteres ist zB. wenn du mir zeigst, wie man malt und zeichnet, da du die Kompetenz hast und ich das lernen will. Ich habe also entschieden, dass ich dein Schüler sein will. Das andere ist in der Politik sichtbar oder bei Wärtern in Gefängnissen oder sonst irgendeiner Position, wo derjenige die Macht verliehen bekommt, über andere zu herrschen. Dieser aber von anderen nicht gewählt wurde von denen über die er herrscht, weil sie ihn für Kompetent halten. Darum ist Demokratie für mich ein System was ich ablehne. Im Grunde herrscht immer die Minderheit über die Mehrheit, die sie eben nicht gewählt haben.

    Der nächste Punkt den ich bei Anarchisten oft beobachte ist der Zwang. Anderen etwas aufzwingen gehört nicht zu meiner Lebenseinstellung. Es steht auch total zum Widerspruch ihrer „ohne Herrschaft“ Ideologie. Da sie eben durch Gewalt Macht ausüben.

    Einmal las ich, das das Buch des Gesetzes als „anarcho-faschistisches Manifest“ charakterisiert wird (angeblich von Crowley, genau weiß ich das aber nicht). Leider wurde Anarchie meiner Ansicht nach, so beschmutzt vom eigentlich, dass ich das Wort ungern benutze.

    Nunja, ein schweres Thema, denn es geht weiter :-).

    Das Volk. Beobachte ich das Volk, in dem ich es mit mir vergleiche, erkenne ich Unterschiede. Und ein wesentlicher Unterschied ist der: ich glaube sehr wenig und will wissen und entscheide dann (manchmal auch ohne Wissen (Intuition)) wie ich weiterleben will, die meisten aber glauben lieber alles und wollen nichts wissen und schon gar nicht ihr leben gestalten, sondern gestalten lassen. Daraus folgt für mich: sie sind Sklaven (mehr als ich und ich stehe zu meinem Sklavendasein! Jawohl! 😉 ). Da stellt sich mir die Frage: habe ich das Recht, Gewalt auszuüben? Dann kommt aber ein klares Nein. denn auch sie haben natürlich ihren Willen und wie erwähnt, ich lasse sie so leben wie sie meinen es zu wollen, ihr Leben nicht meines. Ergo bleibt nur eine Lösung übrig:
    Ich bleibe passiv, in dem ich mein Leben so lebe, damit ich immer näher zur Vereinigung komme, lasse andere ihr Dasein, aber unterstütze sie, wenn sie Hilfe brauchen, sofern ich es natürlich kann. Doch damit ist die Welt nicht gerettet und da kommt jetzt der aktive Part, wo ich nur Beobachter und Unterstützer bin: Das Universum spielt auch eine wesentliche Rolle mit und ich denke, dass das Universum wie ein Pendel ist, es schwenkt nach Links und dann wieder nach rechts und egal was wir tun, egal wie sehr wir uns nach einer „Gerechten Welt“ uns sehnen, das Universum macht was es will. Solange bis ich mein Universum vollständig aufgebaut bzw erschaffen habe, dann bin ische der Gott in meinem Universum! 🙂

    Am Ende glaube ich, dass der obige Text nur möglich ist, wenn man das Subsidiaritätprinzip beachtet und umsetzt und die Herrschaftsform eine Heterarchie ist, aber ohne die Heterarchie auszuschließen. Ach, fast vergessen, ich glaube, das Subsidiaritätprinzip und die Heterarchie ziemlich genau die Anarchie beschreiben.

    So, jetzt habe ich dich mal so richtisch zugemüllt, sorry dafür. 🙂

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  4. daccord, man sollte zu unterscheiden wissen, so wie du es auch darlegst, die Ablehnung bezieht sich auf willkürliche, im Grunde gegen-natürliche Anhaftung von Herrschaft, und die nie wirklich frei von Allmachts-fantasien und Chimären der Vernunft sind. Das heißt aber nicht, dass es diese in der Natur nicht gäbe und zwar plus den heterarchieschen Kontexten. Im Einklang mit dem Dao, kann es keinen anderen, individuellen Willen im Universum (wie du es oben nennst) geben … mit Worten bewegen wir uns ständig in der Subjekt-Objekt-Welt .. ergo in Vorstellungen 😉 … der erste Satz im Tao te … „das Tao, das mitgeteilt werden KANN, ist NICHT das ewige Tao … “

    macht nix, ist ja nicht mein Mülleimer *g*

    Gefällt 1 Person

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