Aleister Crowley, wozu Rituale? Das große Werk!

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Tue was du willst, sei das Ganze von dem Gesetz!

Link zum Video

Im vorherigen Video, sprach ich darüber, wie ein Ritual funktioniert. Nun geht es um das „wozu dient ein Ritual?“

Crowley schrieb:

Es gibt eine einzige Hauptdefinition für das Objekt allen magischen Rituals. Es ist die Vereinigung des Mikrokosmos mit dem Makrokosmos. Das höchste und vollständige Ritual ist daher die Anrufung des heiligen Schutzengels. Oder in der Sprache des Mystizismus: Vereinigung mit Gott. (Magick Band 1, die Prinzipien des Rituals)

Hier spricht Crowley vom großen Werk, welches für jeden Menschen bestimmt ist, sich mit Gott zu vereinigen.

Der Mikrokosmos ist der Mensch, welcher das exakte Abbild des Makrokosmos, also dem Universum, ist. Doch durch Fehlinformationen, Irrungen, Fehlleitungen usw. sei es durch die Erziehung oder dem Stand seines eigenen Bewusstseins, ist der Mensch nur ein dunkler Stern, der noch nicht von sich aus leuchtet, er befindet sich sozusagen noch im Geozentrischen Weltbild, die Sonne dreht sich um die Erde. Um eine strahlende Sonne zu werden, muss man den dunklen Stern reinigen und Rituale sind eine dafür Möglichkeit, seine Gottheit bzw. den Teil des Gottes zu dem Gott so zu reinigen, um sich dann zu vereinen. Der heilige Schutzengel ist das Selbst oder Adonai, er ist Gott, ein Teil des einen Gottes.

Kurz dazu 3 profane Beispiele zum Zweck einer Reinigung.
Auch wenn jetzt ein paar die Augenbrauen hochziehen werden, doch bedenken wir was Hermes Tristmegistos sagte: so oben, so auch unten.

Ein Kind soll zum Essen kommen. Um aber Essen zu können, muss das Kind sich vorher die Hände waschen, erst dann kann es an den Tisch und essen. Das Kind hat sich also durch Reinigung die Möglichkeit eröffnet sich mit seinen Eltern zu vereinen, um Nahrung mit seinen Eltern zu sich zu nehmen.
Wenn man in eine Szene, einen Verein oder sonst irgendeine Gemeinschaft rein will, dann gibt es dort ein Verhaltenscodex. In den monotheistischen Religion, regelt Gott alles und der Mensch ist sein Sklave, bei der Antifa wäre der Codex, alle sind Nazi was nicht unserer Meinung ist, und bei den libertären wäre es die absolute Handlungsfreiheit eines jeden Menschen. Es ist dabei völlig egal wie widersprüchlich Aussagen von Gruppen sein können, es gilt der Codex in dieser Gruppe. Um diesen Codex einzuhalten, begibt man sich in die Schwingung der Gruppe und vereinigt sich somit. Das heißt, er hat sich zumindest annähernd gereinigt, in dem er Gedanken oder Einstellungen die konträr zu diesem Codex stehen, negiert.
Du willst einen Beruf lernen. Nehmen wir als Beispiel, dafür einen Maurer. Dort wirst du zuerst ein Lehrling und lernst die Grundlagen dieses Handwerkes, dann wirst du Geselle und am Ende Meister. In dieser Zeit reinigt man sich, in dem man sich Wissen aneignet und das Wesen seines Berufes durch ausüben immer mehr versteht. Je höher man aufsteigt umso mehr präsentiert man den Beruf.

In allen drei Beispielen kann man sehen, man eignet sich was an bzw tut etwas bestimmtes, damit man zu einem Ziel gelangt.

Drastisch zusammengefasst, du willst x erreichen, dann muss du dich auch mit x befassen und alles was mit x nichts zu tun hat, wird negiert.

Und genau darum geht es auch mit der Vereinigung mit Gott. Nur ist diese Vereinigung weitaus umfassender, nahezu eine unendliche Aufgabe für die meisten in dem jetzigen oder späteren Leben. Bei diesen Ritualen geht es darum, den Mangel in einem Auszugleichen. So schreibt Crowley:

Gott z.B. steht über Geschlecht und daher kann weder vom Mann noch von der Frau als solchen gesagt werden, dass sie Gott vollständig verstehen, noch viel weniger, dass sie ihn repräsentieren. Es ist daher die Verpflichtung des männlichen Magiers, jene weiblichen Werte zu kultivieren, an welchen es ihm mangelt. (…), ohne in irgendeiner Art seine Männlichkeit zu schädigen. Es wird so für einen Magier rechtmäßig sein, Isis anzurufen und sich mit ihr zu identifizieren. (Magick Band 1, die Prinzipien des Rituals)

Man soll also nicht das bevorzugen was man schon ist oder kann, sondern sich mit dem beschäftigen wo es einem mangelt etwas zu begreifen. Diese Aussage ist essentiell. Denn es geht um die Erleuchtung, Samadhi wie Crowley es ausdrückt zu erreichen. Die Kundalini, die Schlange am Steiß wird erweckt und dadurch wird eine Energie frei die sich zerstörerisch oder lebendig auswirken kann. Durch die Kundalinikraft werden alle Prägungen und Konditionierungen, also unsere Verhaltensweisen extrem gestärkt. Die Energie die dann hochkommt, ist so enorm das bei manchen Menschen, wortwörtlich die Sicherung durchbrennt. Ein Heiliger aus Indien, Osho, hatte das Ziel soviel wie möglich Menschen zur Erleuchtung zu führen und viele sind dabei gestorben bzw. wurden wahnsinnig.

Darum ist es sehr wichtig, einen Ausgleich, ein Gleichgewicht in sich zu schaffen, in dem man keine Aversionen zu x hat, sondern alles was mit einem zu tun hat, so in seine Welt zu integrieren, damit alles gemeinsam im Gleichgewicht ist. Jeglicher Widerspruch in einem, wird sich sonst rächen. Stell dir vor, du meinst, du bist in purer Liebe und negierst aber dabei, dass du Angst vor Schlangen hast. Bevor die Kundalinie erweckt wurde, fingst du nur zu zittern an und bekamst keinen Ton mehr heraus, wenn du eine gesehen hast , wie wird es wohl sein, wenn dieses Gefühl auf einmal 1000mal stärker ist? Schuldkomplexe was die meisten Menschen hier in Deutschland haben, bedingt durch die Kirche oder der Vergangenheit unserer Geschichte, sind Blockaden. Man versucht den wortwörtlichen Gläubigern daran zu hindern, andere Sichtweisen und Verhaltensweisen anzunehmen. Und man muss bedenken, die sogenannte historische Schuld der Deutschen wird als nie endend proklamiert, wie bei der Kirche, wo man erst am jüngsten Gericht weiß, ob man nun schuldig ist oder nicht.

Nicht ohne Grund gab es und gibt es Orden wo man Stufe für Stufe aufsteigt, um am Ende eine Gottheit zu sein. Erst wenn man die erste Stufe beherrscht, kommt man weiter. Es liegt im Grunde nicht an dem Orden, wenn man nicht weiter kommt, es liegt immer an einem selbst, gehen wir freilich davon aus, dass der Orden seriös ist, soll heißen, der Führer des Ordens hat auch tatsächlich den letzten Grad erreicht. Ansonsten kann er nur das lehren was er erreicht hat und doch gibt es schwarze Brüder, die in ihrer Selbstverherrlichung gefangen sind, um sich von Energien anderer zu ernähren. Immer schön zu sehen, wenn man sich die Kompetenzen einzelner Politiker anschaut, die tatsächlich nichts gelernt haben, also nicht mal ein Studium abgeschlossen haben und dann in hohen wichtigen Positionen sitzen und bestimmen wie es zu laufen hat. Aber sie sind natürlich nicht die schwarzen Brüder, welche magisch arbeiten, sondern vielleicht deren Handlanger. So was nennt man übrigens eine Autorität durch Macht, während das andere eine Autorität durch Wissen ist. Crowley drückte es so aus,

Ehe das große Werk vollendet ist, ist es anmaßend, wenn es sich der Magier herausnimmt, das Universum zu verstehen und ihm seine Politik vorzuschreiben. Nur ein Meister des Tempels kann sagen, ob eine vorliegende Handlung ein Verbrechen ist. (Magick Band 1, von der schwarzen Magie)

Zu den schwarzen Brüder, werde ich noch ein Video machen.

Nach Crowley gibt es drei Methoden welche man rituell ausführen kann.

  • Die erste Methode besteht in der Hingebung an eine Gottheit. Diese Methode kann von 7 Tagen bis mehreren Jahren andauern. Man identifiziert sich mit einer Gottheit, durch Liebe und Hingabe und dadurch werden die irrelevanten Teile des Selbst aufgegeben, so als würde man einen Garten aus jäten.
  • Die zweite Methode ist die direkte zeremonielle Anrufung, es ist die Methode von meinem letzten Video, Aleister Crowley und wie ein Ritual funktioniert. Man aktiviert bestimmte Teile des Gehirnes, um sich zu entwickeln.
  • Die dritte Methode ist die dramatische, die künstlerische, in dem man sich mit Gott identifiziert, wie bei einem Schauspiel oder einem Theaterstück, aber natürlich völlig authentisch, sprich, auch da identifiziert man sich mit der gewünschten Gottheit. In der Regel wird diese Methode mit mehreren Personen durchgeführt. Bedingt dadurch, weil es für den Einzelnen sehr schwierig ist.

Alle drei Methoden haben eines gemeinsam, es werden Gottheiten angerufen. Dabei macht er einen Unterschied zwischen Anrufung und Beschwörung. Eine Beschwörung ist external, es ist ein hervorrufen einer Gottheit und damit außerhalb des Magiers. Der Magier wird dann zum Makrokosmos und erschafft ein Mikrokosmos. Eine Anrufung ist ein Herein rufen, also in einen, das Makrokosmos überflutet das Mikrokosmos, den Magier, mit seinem Licht.

 

Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.

 


Die Stechfliege initiierte diesen Blog.

Autorenseite: Die Stechfliege

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