Aleister Crowley, wie ein Ritual funktioniert

 

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Tue was du willst, sei das Ganze von dem Gesetz!

Link zum Video

Was ist ein Ritual?

Ein Ritual ruft in der Regel ein Ergebnis hervor, was geplant war oder ist. Es kommt also darauf an, dass man bestimmte Regeln einhält, um ein gewünschtes Ergebnis zu bekommen. So kann das morgendliche kalte Duschen ein Ritual sein, weil es Regeln dazu gibt, damit man duschen kann und weil es ein Ergebnis hervorruft, wie zB. Das Wach werden. Oder man streichelt immer die Hauskatze, wenn man das Haus verlässt, damit man ihr gegenüber kein schlechtes Gewissen hat.

In der Magie läuft es genauso ab, es gibt Regeln die man einhalten muss und es gibt ein Ziel, was man erreichen will.

Geist formt die Materie, wie er es will und kann.

Bevor man mit einem Ritual beginnt, bedarf es bestimmte magische Utensilien. Diese Utensilien repräsentieren die 4 Elemente und den Geist. Nach Crowley sollte der Magier möglichst alle Utensilien selbst herstellen. So beschreibt er, dass man am besten mit den Händen das Erz ausgraben sollte und es eigenhändig zu einem Schwert schmiedet, danach wird es geweiht. Wer schon mal etwas eigenständiges hergestellt hat, hat in der Regel ein bestimmtes Verhältnis zu diesem Gegenstand. So sah ich einmal ein Video, wo ein erfolgreicher Broker ausgestiegen ist und dieser erzählte, er hätte zum ersten mal in seinem Leben einen Stuhl hergestellt und dadurch wurde ihm klar, wie unterschiedlich stark eine Bindung sein kann zu einem Stuhl den man kauft oder selber hergestellt hat. In dem Hergestellten steckt nämlich eine Geschichte, eine unbezahlbare Geschichte, weil diese einzigartig ist wegen ihrer Erstmaligkeit.

Normalerweise geht man einen Stuhl kaufen, stellt ihn hin und nach ein paar Tagen hat man sich daran gewöhnt. Ganz anders bei einem Gegenstand den man selbst hergestellt hat. Die Bindung ist ungleich stärker, man muss nämlich nicht in einen Laden rein, den Stuhl aussuchen und zahlen, sondern man muss im besten Falle, den Baum aussuchen, ihn fällen, verarbeiten und dann die Hölzer so miteinander verbinden, damit der Stuhl auch einen trägt. Man muss Kenntnis erwerben, herauszufinden, wem der Baum gehört, darf ich ihn fällen, ist es überhaupt der richtige Baum, welcher Baum ist tatsächlich geeignet und wieso ist er geeignet? Welches Werkzeug brauche ich? Worauf kommt es bei einem Stuhl an? Wo mache ich die Nägel rein oder nehme ich doch lieber Holzstifte, leime es oder binde es nur zusammen? Man muss die Fähigkeit haben einen Stuhl überhaupt zusammen bauen zu können, ganz zu schweigen zu wissen wie man überhaupt einen Baum fällt, um ihn dann in Brettern zurecht zusägen oder vielleicht doch besser spalten? Danach müssen die Bretter gehobelt werden, außer man riskiert lieber einen Splitter im Allerwertesten. Und man muss letztendlich die Fertigkeit haben, das Ganze auch um zu setzen.

Durch diese und anderen Fragen kommt man dem Wesen eines Stuhles weitaus näher, als das man einen kauft. Denn, in dem Stuhl ist auf einmal ein Baum, den man persönlich gefällt hat, man erinnert sich an die Holzstifte die man aus den Ästen des Baumes schnitzte, an die Bohrlöcher und den Harz den man als Kleber zuvor von einem Baum abgekratzt hat. Man erinnert sich, was es für eine körperliche Anstrengung war, den Baum zu fällen und zu verarbeiten und spürt noch die Euphorie des Erfolges, auf dem Stuhl letztendlich zu sitzen. Man erlebt wortwörtlich wie die ganze Welt dabei war und jetzt in diesem Stuhl ist! Der Geist hat die Materie so geformt, wie er es will und der Geist hat gelernt, verstanden und begriffen durch die Verarbeitung der Materie.

Und genauso ist es mit den magischen Gegenständen. Darum wäre dies tatsächlich der Idealfall, alle Gegenstände selbst herzustellen. Während die Gegenstände hergestellt werden, kann man bestimmte Formeln, Worte vibrieren oder aufsagen, man kann Musik dabei hören oder Gedichte. Man tut das was man persönlich für das Beste hält und trotzdem sollte es dem Gegenstand zugeordnet sein. So sollte man beim Schmieden des Schwertes nicht unbedingt irgendwelche Wassergeräusche, wie Regen oder Wasserfall als Hintergrundmusik anhören, weil das Schwert der Luft zugeordnet ist oder man sollte nicht an den letzten Ärger denken beim Herstellen des Zauberstabes, sondern Gedanken haben, die sich positiv auf den Stab auswirken.

Wie man erkennen kann, bedarf es einen doch nicht kleinen Aufwand, wenn man die magischen Gegenstände selbst herstellt. Und wenn wir uns überlegen, wir würden alle notwendigen magischen Utensilien herstellen, welches Wissen würde man sich dadurch aneignen? Es wäre wortwörtlich ein Universum. Da jeder der 5 notwendigen Gegenstände die 4 Elemente und den Geist präsentieren.

Weiterhin zu beachten ist, wir sind dabei noch nicht mal bei der Ausführung eines Rituals angelangt. Denn auch da muss man Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten haben bzw sich diese Aneignen. So müssen die Namen richtig ausgesprochen werden, man lernt ggf die Texte auswendig, man hat sich zuvor eingehendst mit der Wesenheit befasst, man lernt bestimmte Symbole und Schriftarten kennen, wie die hebräische Schrift oder die henochische Schrift.

Im Übrigen, sollte die Herstellung der Utensilien nicht möglich sein, so sollen diese möglichst jungfräulich, also sie wurden noch nie verwendet, und ohne feilschen gekauft werden, das sind die einzigen Regeln die mir bekannt sind.

Kommen wir zu der Frage:

wie funktioniert eigentlich ein magisches Ritual?

Crowley schrieb:

wenn es wahr ist für das gewöhnliche Universum, dass alle Sinneseindrücke von den Veränderungen des Gehirnes abhängig sind, müssen wir Illusionen miteinbeziehen, die ebenfalls Sinneseindrücke sind, wie die Realitäten in der Klasse der Phänomene, beruhend auf Gehirnveränderungen.

Als Beispiel zu dem Zitat, will ich kurz eine Geschichte erzählen. In einem Theater wurde ein Mann erschossen. Als man die Zeugen befragt, womit er erschossen wurde, gaben (genau weiß ich es leider nicht mehr) 1/3 der Zeugen an, dass er mit einem Revolver erschossen wurde. In Wahrheit aber war es eine Banane. Oder nehmen wir den Placeboeffekt, man nimmt eine Pille und glaubt es sei eine Kopfschmerztablette. Wirken tut es aufjedenfall.

Das heißt, man täuscht sich und ist überzeugt, dass es die Realität war. Ein jeder wird das sicherlich kennen, dass man von etwas überzeugt war und dabei war es doch ganz anders.
Bei solchen erlebten Ereignissen, spielen die Sinnesorgane eine wichtige Rolle oder besser ausgedrückt, sie spielen DIE Rolle überhaupt. Die Realität nehmen wir nur wahr, zumindest in der physikalischen Welt, durch unsere 5 Sinnesorganen und sonst nichts. Alle Sinneswahrnehmungen werden vom Gehirn registriert und das Gehirn hat die Macht, uns auch zu täuschen, also, dass wir einer Illusion aufgesetzt sind.

Bei einem magischen Ritual werden natürlich auch die 5 Sinnesorgane eingesetzt. So haben wir die Utensilien, Schwert, Kelch, Stab, Robe, Altar, Kreis etc. die wir sehen und spüren können, wir haben die Räucherung welche wir riechen, die Hostien welche wir schmecken und unsere Anrufung oder Beschwörung welche wir hören. Das ganze richtig eingesetzt, also nach den Regeln, ruft einen bestimmten Bewusstseinszustand hervor, der im besten Falle erwünscht ist.

Ich versuche das mal genauer zu erläutern. Nehmen wir an, wir bestehen aus 6 Farben, Gelb, Blau, Grün, Lila, Rot und Orange. Diese 6 Farben haben in unserem Gehirn jeweils einen bestimmten Platz. Nun wollen wir bei einem Ritual eine Wesenheit anrufen oder beschwören, welches der Logik dient. Logik ist dem Element Luft zugeordnet und somit ist die Farbe Gelb unser Favorit. Wir bereiten das Ritual so vor, dass nun alles auf das Element Luft bzw Gelb abgestimmt wird. So achten wir darauf, dass wir das Ritual an einem Tag machen, wo der Merkur stark ist und verwenden gelbe Kerzen, wir benutzen eine Räucherung, welche der Luft zugeordnet ist, die Hostie ist dem Element Luft geweiht, wir vibrieren den Namen der Wesenheit, welche für die Logik geeignet ist und wir haben ein Siegel von der Wesenheit. Wir haben nun dafür gesorgt, dass überall die Farbe Gelb eingesetzt wurde. Durch das Ausführen des Rituals wird dann die Region Gelb des Gehirnes aktiviert bzw. stimuliert und dadurch erreichen wir die Möglichkeit besser logisch denken zu können. Genauso kann man verfahren, wenn man, so Crowley:

Informationen erhalten will, die Informationen kommen wir von unserem Unterbewusstsein,
Gegner vernichten will, damit ist die Illusion der Dualität in einem gemeint, welche Mitleid erregen will,
Die Stimmen und Sprachen der Natur verstehen,
Schätze finden, die Geschäftskapazität wird also angeregt,
Krankheiten heilen.

Das ganze nochmal mit Crowleys Worten:

Die Geister der Goetia (ein Grimoires) sind Teile des menschlichen Gehirns. Ihre Siegel repräsentieren von daher Methoden der Stimulation und Regulierung von solchen bestimmten Stellen (durch das 3. Auge).

Die Namen Gottes sind Schwingungen, die dazu gedacht sind folgendes zu Begründen:
1. Generelle Kontrolle des Gehirnes, also das Denken.
2. Kontrolle des Gehirns im Einzelnen, wie den Rang oder den Typus eines Geistes
3. Kontrolle eines bestimmten Teiles, der Name des Geistes

Wenn ich also mit Solomon sage:
„Der Geist Cimieres unterrichtet Logik, dann meine ich:
jener Teil meines Gehirns, der der logischen Gabe dient, kann angeregt und entwickelt werden durch Befolgen des Verfahrens, genannt die Anrufung des Cimieres“

(Alle Zitate von Crowley, sind aus dem Buch: gesammelte Schriften 2)

Wer noch mehr über Grimoires, Rituale etc. erfahren will, sollte sich den Kanal Reicher & Stark anschauen. Dort gibt es 2 Videos die das Thema in einem anderen Licht behandeln. Hier die Links zu den Videos über Rituale & Regeln und Grimoires & Zeremonialmagie.

 

Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.

 


Die Stechfliege initiierte diesen Blog.

Autorenseite: Die Stechfliege

 

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