Die schwarze Magie ist kein Mythos

 

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(Text aus dem Englischen (hier gefunden) und übersetzt von mir, mit Hilfe von deepl.)

Video zum Text: Aleister Crowley und die schwarze Magie

Dieser Aufsatz von Aleister Crowley, wurde ursprünglich in der London Sunday Dispatch, am 2. Juli 1933 e.v. veröffentlicht.

Schwarze Magie ist kein Mythos. Es handelt sich um eine völlig unwissenschaftliche und emotionale Form der Magie, aber sie erzielt Ergebnisse, nur ist diese extrem temporärer. Der Rückstoß auf diejenigen die ihn praktizieren ist schrecklich.
Es ist wie die Suche nach einem Gasaustritt mit einer brennenden Kerze. Was die Suche betrifft, so braucht man nicht zu befürchten das sie scheitert!

Um schwarze Magie zu praktizieren, musst du jedes Prinzip der Wissenschaft, des Anstands und der Intelligenz verletzen. Sie müssen besessen sein von einer irrsinnigen Vorstellung der Wichtigkeit eines belanglosen Gegenstandes Ihrer erbärmlichen und egoistischen Wünsche.

Ich wurde einmal beschuldigt ein „schwarzer Magier“ zu sein. Es wurde nie wieder eine dümmere Aussage über mich gemacht. Ich verachte die Sache so sehr, dass ich kaum an die Existenz von Menschen glauben kann, die sich so erniedrigen und idiotisch sind, dass sie die schwarze Magie praktizieren.

In Paris und sogar in London gibt es irregeführte Menschen, die ihre unbezahlbaren spirituellen Gaben missbrauchen, um durch diese Praktiken unbedeutende und vorübergehende Vorteile zu erlangen.

Schwarze Messe

Die „Schwarze Messe“ ist eine ganz andere Sache.

Ich könnte es nicht zelebrieren, wenn ich es wollte, denn ich bin kein geweihter Priester der christlichen Kirche. Der Zelebrant muss Priester sein, denn die ganze Idee der Praxis besteht darin, das Sakrament der Eucharistie zu entweihen. Deshalb müssen Sie an die Wahrheit des Kultes und an die Wirksamkeit seines Rituals glauben.

Ein abtrünniger Priester versammelt unter sich Sensationsjägern und religiösen Fanatiker, damit wird für die Zeremonien der Profanisierung eine schwarz magischen Wirkung erreicht.

Es gibt viele Möglichkeiten das Sakrament zu missbrauchen. Eine der bekanntesten ist die „Messe des Heiligen Secaire“, deren Zweck es ist einen Feind zum Verkümmern zu bringen. Bei dieser „Messe“, die immer an einem geheimen Ort gehalten wird, vorzugsweise in einer stillgelegten Kapelle, erscheint der Priester um Mitternacht in kanonischen Gewändern. Aber auch an seinen Gewändern gibt es eine unheimliche Veränderung, eine Perversion ihrer symbolischen Heiligkeit. Es gibt einen Altar und die Kerzen sind aus schwarzem Wachs. Das Kruzifix wird mit dem Kopf nach unten fixiert. Die Helferin des Priesters ist eine Frau, und ihr Kleid, obwohl es ein Kirchengewand zu sein scheint, ähnelt eher einem Kostüm aus einer lüsternen Tageszeitung. Es wurde so geändert damit es unanständig wirkt.

Die Zeremonie ist eine Parodie der orthodoxen Messe, mit blasphemischen Interpolationen.

Der Priester muss jedoch darauf achten die Hostie in orthodoxer Weise zu weihen. Der Wein wird mit magischen Drogen wie Nachtschatten und Eisenkraut versetzt, und der Priester muss dann den Wein zum Blut Christi verwandeln.

Die erbärmliche Grundlage der Messe ist, dass das Brot und der Wein die Gottheit gefangen halten, um ihn dann einer schrecklichen Entweihung aus zu setzten.

Unbeschreiblich

Damit sollen die Mächte des Bösen freigesetzt und in eine Allianz gebracht werden. (Es ist eher der Fall, dass die Maus versucht, einen Freund der Katze zu finden!)

In dem Versammlungsraum der Schwarzen Messe zerstreut der Priester, nachdem er seine Gräuel vollendet hat – diese sind, ehrlich gesagt, unbeschreiblich – die Krümel der Hostie auf dem Boden, und die Teilnehmer krabbeln um die verschmutzten Krümel der Hostie, deren Besitz es ihnen, so glauben sie, erlauben wird, ihre kleinlichen und bösartigen Ideen aus zu führen.

Meine denkwürdigste persönliche Erfahrung mit den Effekten der schwarzen Magie kam, als ich in Schottland lebte. Die Machenschaften eines degradierenden und ausgestoßenen Ordensmitgliedes führten dazu, dass meine Hunde starben und meine Diener wahnsinnig wurden. Der Kampf dauerte so lange, bis der Rückstoß der verhassten Strömung den glücklosen Magier zum Einsturz brachte.

Die Erklärung für seine Wirkung ist die, dass, wenn Sie leidenschaftlich genug an Ihren Willen glauben, etwas zu tun, dann wird Ihnen die Macht es zu erreichen, zufließen.

Meine Feinde sagen, dass die Feier der „Schwarzen Messe“ eine der harmlosesten meiner Aktivitäten auf Sizilien und in Frankreich war.

„Warum wurde er aus beiden Ländern rausgeworfen?“ fragen sie.

Die Erklärung warum ich gegangen bin ist ganz einfach und unspektakulär. Ich nahm eine Villa in Cefalu auf Sizilien, um zu arbeiten und zu spielen (for work and play). Wir begannen den Tag mit Familiengebeten; gelegentlich feierten wir eine halbreligiöse Zeremonie, welche als Gnostische Messe bekannt ist.

Mehrere Personen, die meine Gäste in der „Abtei“ waren, haben aus ihren Besuchen phantasievolle Erzählungen gemacht.

Dann kamen die Faschisten an die Macht und einige ausländische Zeitungskorrespondenten wurden gebeten das Land zu verlassen. Und ich ebenso. Ich wurde nicht herausgeworfen. Ich wurde mit größter Höflichkeit behandelt.
Der Grund warum ich Paris verließ, war, dass die Behörden es ablehnten meine Identitätskarte zu erneuern. Es wurde keine Anklage gegen mich erhoben, und es wurde auch keine Erklärung abgegeben. Jemand, mit dem ich gestritten hatte, war zu den Behörden gegangen und konnte sie glauben machen, dass etwas nicht stimmte.

Spiritualismus

Spiritualismus – richtiger gesagt, Spiritismus – ist keine Form der schwarzen Magie. Durch ihre medialen Handlungen erreichen Spiritisten manchmal zerfallene Teile eines mentalen Systems von einem kürzlich verstorbenen Mannes oder einer verstorbenen Frau. Das System hat seine leitende Kontrolle, die geistige Seite eines Menschen, verloren und es kann von elementaren Geistern des Bösen eingenommen werden – und wird oft von ihnen eingenommen – und ist für jeden niederen Gebrauch nutzbar. Diese Spiritisten spielen mit bösartigen Kräften.

Hexerei ist eine mehr oder weniger abgeschiedene Form der schwarzen Magie. Indem sie sich in eine teuflische Ekstase stürzt, kann die Hexe Erfolge in ihren Plänen erzielen. Sie ist bereit ihr Erstgeborenes zu opfern, ein üblicher Preis den der Dämon verlangt, oder ihre Seele zu verkaufen.

Und wofür ist das alles gut? Um die Kühe ihres Nachbarn daran zu hindern Milch zu geben oder um einen mürrischen Feind in ein Krankenbett zu schicken. Die Wirkung ist völlig lächerlich, verglichen mit der Verschwendung geistiger Kräfte die nötig sind, um sie zu erzeugen.

Der wahre Magier steht über Bosheit und Gift. Er versucht die Ergebnisse zu erzielen, für die er arbeitet, nicht durch plötzliche und störende Eingriffe in die bestehende Ordnung der Dinge, sondern durch einen langsamen natürlichen Prozess.
Theoretisch sind der Macht der Magie keine Grenzen gesetzt. Ein Magier ist wie ein Mathematiker; er hat die vollständige Kontrolle über die Symbole, solange er sich an die Regeln hält.

Lebenselixier

Ich habe das Lebenselixier vorbereitet, jenen magischen Trank, der die ewige Jugend schenkt. Wie die Berührung von Midas ist es kein reiner Segen. Ich habe es zuerst geschafft, als ich vierzig war. Es wurde hastig und mit unvollkommenem Wissen getan. Ich nahm sieben Dosierungen. Die ersten zwei oder drei hatten keinen offensichtlichen Effekt. Die Folgen waren dann aber extrem heftig.

Eines Tages, ohne Vorwarnung, wachte ich auf und stellte fest, dass ich meine ganze Reife verloren hatte. Ich wurde geistig und körperlich zu einer dummen Stripperin. Das Einzige was mir einfiel war, Bäume zu fällen!
Ich lebte in einer Hütte in New Hampshire, dort habe ich mich fünfzehn Stunden am Tag mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt. Ich habe wie ein Verrückter gearbeitet. Kein Kraftakt war mir zu groß.

Diese fantastischen physischen Kräfte dauerten etwa zwei Monate, gefolgt von einer Nachwirkung, denn danach befand ich mich ein halbes Jahr lang in einem Zustand der Abgeschlagenheit. Ich hatte mit einem gefährlichen Rezept gespielt. Sechs Jahre später experimentierte ich erneut mit dem Elixier und traf Vorsichtsmaßnahmen, um solch drastische Ergebnisse zu vermeiden. Das Ergebnis war, dass ich mit 47 Jahren ein ebenso starker Athlet war wie jeder Mann mit 30 Jahren.

Ich trage immer noch viel von der guten Wirkung dieses Experiments in mir. Meine intellektuelle Tätigkeit wurde nicht nur bewahrt, sondern intensiviert, und ich genieße immer noch perfekte Gesundheit und Energie.

Aleister Crowley 1933


Aleister Crowley initiierte Thelema und den Orden A∴A∴ und war bis zu seinem Tod Oberhaupt des Ordens O.T.O. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Schriften und gilt im Mainstream als der „böseste Mensch des 20. Jahrhundert“.

Autorenseite: Aleister Crowley

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